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Bericht: Ein Tag an der Kyll

Forelle aus der Kyll
Hier möchte Sie einmal an mein Hausgewässer mitnehmen.
Ein ganz normaler Tag an der Kyll: Schon als ich in Stadtkyll ans Wasser ging, sah ich unter den Büschen eine Schwanzflosse. Eigentlich erschien es mir aus meiner Position aussichtslos den Fisch anzuwerfen, aber mehr mit Glück als Können, bugsierte ich die kleine Phasanenschwanznymphe doch unter die überhängenden Äste. Die Nymphe kam etwa 40cm vor dem Fisch auf, und als die Nymphe genau vor dem Maul des Fisches war, zupfte ich einmal leicht an ihr, um eine Fluchtbewegung zu simulieren.
Anscheinend hatte das den gewünschten Effekt auf die Beißreflexe der Forelle, denn Sie packte mit einer schnellen Kopfbewegung zu. Ich hob die Rute und der Fisch hakte sich selber. Nach einem kurzen aber harten Drill lag eine 39cm lange Forelle im Kescher, genau das richtige Maß für die Pfanne. Deshalb nahm ich Sie mit.
Fliegenfischer im Wurf
Köcherfliegenlarven
Das fing ja gut an! Was in den nächsten zwei Stunden passierte, ist eigentlich unnötig zu erwähnen. Ich hatte zwar ein halbes dutzend Fische angeworfen, aber lediglich eine kleine knapp massige Äsche zum Anbiß bewegt. Aber nach einer kurzen Mittagspause wurde es wieder interessant. Nachdem ich eine weitere Forelle im Drill verloren hatte, sah ich eine Gruppe Döbel im Wasser aktiv nach Nahrung suchen. Ein Blick auf den Gewässergrund brachte mir Klarheit, was Sie fraßen:
Der ganze Grund war mit tausenden Gehäusen Gehäusen von Köcherfliegenlarven übersät. Da die Döbel weiter fraßen und wirklich riesige exemplare dabei waren, knüpfte ich mit zittrigen Fingern eine Imitation einer freilebenden Köcherfliegenlarve an. Schnell und ausguter Deckung präsentierte ich einem abseitsstehenden Fisch die Fliege. Da das 3mal nichts brachte, warf ich beim 4. Mal die Fliege mitten in die Gruppe. Dadurch wurde anscheinend ein neideffekt erzeugt, und der größte Fisch schnappte sich sofort die Imitation. Ich machte mich bereit auf eine erste Flucht, die ins Backing gehen würde, aber nach 3 Kopfschlägen ließ sich ein Döbel von sage und schreibe 65cm einholen wie ein nasser Sandsack. Auf diese Art fing ich am gleichen Tag noch einen Döbel. Gegen Abend legte dann leider wieder eine Beißflaute ein, aber ich war zufrieden. Keine Frage, so einen Angeltag werde ich gerne wiederholen.

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