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Die Kyll - Eine kleine Info
Ein Sommertag an der Kyll

Die Kyll von der ich berichte, ist ein typischer Mittelgebirgsfluß, der sich in wunderschöner Natur zwischen Kronenburg und Stadtkyll durch die Wiesen, Felder und Wälder schlängelt. Ihre Gestalt ist sehr Vielfältig. Langsamere Züge und tiefe Gumpen wechseln sich ab mit tosenden Rauschen, deren Geräusch den Fliegenfischer schon von weitem elektrisiert. Doch das Befischen der insgesamt 14km langen Strecke ist vielerorts nicht leicht. Gerade an erfolgversprechenden Stellen strecken Buchen und Erlen ihre Äste wie schützende Hände übers Wasser. Unter ihnen lauern alte, argwöhnische Bachforellen, die nicht leicht zu überlistensind. Doch vieleicht ist es gerade dieser Umstand, dem zu verdanken ist, dass die Bachforellen und Äschen zu wahrlich kapitalen Exemplaren heranwachsen. Diejenigen Petrijünger, die die Herausforderung nicht scheuen, werden oftmals belohnt: Eine kapitale Eifelforelle inmitten grandioser Natur zu überlisten, ist ein einmaliges Erlebnis!

Döbel aus der Kyll

Auch wenn Sie normalerweise an der Kyll mit einer Allroundausrüstung prima zu recht kommt, ist doch einiges zu beachten: Auch wenn Sie an der Kyll so gut wie nie auf Distanz fischen müssen, werden mancherorts doch hohe Ansprüche an die Wurfkünste gestellt. Spezielles Gerät ist zwar nicht unbedingt nötig, aber erleichtert die Fischerei manchmal doch. Eine kurze Bachrute erleichtert es enorm, gerade bei dem vielen Bewuchs im Sommer, die Fliege auch dort hinzuwerfen wo der Fisch steht (und nicht in den Ast direkt über einem). Besonders Trockenpuristen möchte ich gerne eine leichtere Rute ans Herz legen (3/4 oder 4/5 in 7 Fuß). Auch wenn nicht nur kleine Fische in der Kyll zu Hause sind, ist die Fischwaid mit einem leichten Gerät doch deutlich spannender und erfolgreicher, weil diese Ausrüstung einen präziseren Service ermöglicht und die Fliege natürlicher präsentiert werden kann. Außerdem muss man beachten, dass ab dem zeitigen Frühjahr schon Maifliegen in die Dose gehören. Glauben Sie mir: Wenn Sie bei einem Maifliegenschlupf nicht die richtigen Muster dabei haben, ist das eines der mistigsten Gefühle die es gibt. Eine Wathose sollte auch dabei sein, weil an manchen Stellen die Kyll nur schlecht die Fische anwerfen kann, auf Grund eines undurchdringlichen Jungels. Doch grundsätzlich sollte man nicht versuchen, Fische die man nicht anwerfen kann, durch Waten zu erreichen. Man sollte anstatt dessen lieber seine Wurfkünste verbessern. Sowieso sollte man nur waten wenn unbedingt nötig, weil man ansonsten empfindliche Strukturen ernsthaft beschädigen könnte. Zertritt man unter einem lauten Schmatzen des rechten, mit Spikes bestücken Watschuhes eine ablaichende Äsche, ist das Gewiss nicht die feine Art. Ansonsten kommt man eigentlich mit der normalen Ausrüstung eines Fliegenfischers aus, wobei man bedenken sollte, das es nicht verkehrt wäre, wenn alles etwas feiner ausfällt.
In diesem Sinne, viel Freude beim Angeln und Petri Heil
                      Ihr Maximilian Ehlenz

© Maximilian Ehlenz