Deshalb schnappte ich mir etwas Schwimmbrot, starke Posenrute und die nötigen Kleinteile. Als ich ein paar Brotstücke ins Wassergeworfen hatte, dauerte es keine 10min und das Wasser brodelte vor Karpfen. Daher ließ auch der erste Biss nicht lange auf sich warten: kaum nachdem ich das Brotstück an freier Leine in den Schwarm geworfen hatte verschwand es auch schon samt Haken in einem der riesigen Mäuler. Anschlag, der Fisch hing und der Zauber konnte losgehen: der Fisch lieferte zwar einen guten Drill, war aber chancenlos gegen das monofile 0.30er Vorfach und die Rolle mit exakt eingestellter Kampfbremse und den 250m 0.25er Fireline, da es im Gewässer keine Hindernisse gab und der Fisch sich so müde lief. Da ich allerdings nicht wirklich einen großen Karpfen für die Küche gebrauchen konnte wurde er (leider ohne Foto) wieder zurückgesetzt. Als dann Enten am Futterplatz erschienen war das Angeln sowieso vorbei (Entenbraten schmeckt zwar auch lecker, aber das Angeln ist zweifelsohne keine waidgerechte Jagdmethode für Geflügel). Deshalb und weil ich der Meinung bin, das pures Catch und Release kein Grund zur Fischwaid ist, beendete ich das Angeln auf die Karpfen. Wenn man vornerein weis das man einen Fisch nicht für die Küche gebrauchen kann muss man ihm auch keinen Haken ins Maul rammen.
Da das anglerische Verlangen aber noch nicht gestillt war, ging ich weiter auf Erkundungstour nach anderen Gewässern und fand prompt einen Forellenteich in der Nähe des Parks. Das Angeln an Put und Take Teichen ist zwar nicht mit dem Fischen an Naturgewässern zu vergleichen, aber als Notlösung... Der Teich war so was von gut besetzt, dass zwar keine große Raffinesse erforderlich war um die Fische zu überlisten, aber trotzdem machte der Fang der blitzblanken silbernen Regenbogenforellen Spaß, besonders das direkte Anwerfen der Fische auf Sicht. Die Forellen errinnerten von der Farbe ein bisschen an die dänischen "Ostsee-Steelheads", die im Meer lebenden Regenbogner. Auch in der Küche machten sie sich sehr gut.
Wie ich aus diesem Urlaub gelernt habe, kann man fast überall Angeln. Auch wenn sie glauben es gibt in ihrem Urlaubsort wirklich keine Möglichkeit Würmer oder Fliegen zu baden: erkundigen sie sich - "a bisserl was geht immer". Man muss nicht immer an ein Top-Gewässer verreisen um spannendes Angeln zu erleben.